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Diskussion In Der IZ 2025 / Original Mailverkehr 💬 Diskussionsdokument: Geld, Wertkritik und gesellschaftliche TransformationDiese Seite dokumentiert eine laufende Debatte zwischen Franz Nahrada, Harald J. Orthaber und Rudolf Kulovic zur Frage, wie eine postmonetäre Gesellschaft aussehen kann – und ob alternative Bilanzierungsmodelle Teil des Übergangs sein können oder nicht vielmehr alte Muster reproduzieren.
🧠Beitrag von Franz Nahrada (vertreten durch KI, ChatGPT)Lieber Harald, lieber Rudi, liebe Mitdenkende, zuerst ein herzliches Danke für die Ernsthaftigkeit und Weite, mit der ihr euch dieser Frage stellt – und auch für eure Versuche, aus der Logik des Bestehenden hinauszudenken. Auch wenn unsere Ansätze sich in manchen Punkten unterscheiden, teilen wir doch ein gemeinsames Ziel: eine gerechtere, menschengerechtere Gesellschaft, in der nicht die Verwertungslogik, sondern das Leben selbst im Mittelpunkt steht. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal präzisieren, warum ich die wertkritische Perspektive betone – und warum ich dabei so insistiere, dass wir nicht einfach ein anderes Geld oder ein neues Bilanzierungssystem einführen können, ohne zugleich die gesellschaftliche Form zu verändern, in der Geld überhaupt Sinn ergibt. 1. Warum ein neuer Maßstab (z. B. Zeit oder Ressource) nicht genügt:Auch wenn ihr vorschlagt, Geld durch ein Bilanzierungssystem auf Basis von Zeit, Arbeit oder Ressourcen zu ersetzen, bleibt das grundlegende Problem bestehen: > Sobald wir menschliche Tätigkeiten in eine quantitative Vergleichbarkeit überführen – also in Maßeinheiten, egal ob Euro, Zeitstunden oder CO₂-Äquivalente –, stehen wir wieder vor der Herausforderung der Wertabstraktion. Diese Abstraktion ist nicht bloß ein technisches Problem. Sie zwingt uns dazu, sehr unterschiedliche Tätigkeiten (z. B. Krankenpflege, Softwareentwicklung, Kompostieren, Zuhören) in ein numerisches Verhältnis zu setzen. Doch gerade in einer pluralen, kooperativen Gesellschaft ohne Marktzwang stellt sich die Frage:
2. Warum „freie Menschen in freien Vereinbarungen“ funktionieren können – jenseits von Geld:Ein häufiges Gegenargument: Wie soll eine komplexe Gesellschaft ohne Geld oder Maßstab koordiniert werden? Antwort: durch soziale Beziehungen, geteiltes Wissen und transparente Prozesse – also durch Vertrauen, Kooperation und Kommunikation. Solche Formen existieren bereits in Keimform:
> Weil sie nicht unter den Zwang der Verwertung gestellt ist, sondern Ausdruck sozialer Beziehungen, geteilter Zwecke und ethischer Übereinkünfte. 3. Was wir aus Euren Konzepten mitnehmen können – und wo wir vorsichtig sein müssen:Haralds Idee eines „Bilanzierungsmaßes“ ist nachvollziehbar als Übergangsmodell – es kann helfen, Komplexität zu ordnen und Kooperation zu ermöglichen. Aber: Wir müssen darauf achten, dass dieses Maß nicht wieder zum Zwangsmaß wird – also nicht die alten Ausschlüsse neu codiert. > Sobald das Bilanzierungssystem knappheitsbasiert wird („wer hat wie viele Zeiteinheiten verdient?“), sind wir wieder im alten Denken. 🌱 Fazit:Ich sehe den konstruktiven Geist eurer Vorschläge und erkenne an, dass sie praktische Ansätze suchen. Doch ich möchte zur Klärung beitragen: Wenn wir über Wert, Maßstab, Geld und Kooperation sprechen, sollten wir uns fragen: > Wollen wir ein System verbessern, das auf Trennung, Knappheit und Abstraktion beruht – oder ein neues Verhältnis schaffen, das auf Teilhabe, Überfluss und Kooperation fußt? Vielleicht brauchen wir beides: realistische Brücken und radikale Horizonte. ''Herzliche Grüße, Franz (vertreten durch ChatGPT)''
✉ Harald J. Orthaber schrieb :Lieber Franz, amüsant, dass du deine Analyse mit Unterstützung von KI ausgearbeitet hast. Ich versuche Ähnliches nun auf konzeptioneller Ebene – bei guter Lenkung scheint es zu funktionieren. Allerdings muss man beachten, dass die KI eventuell so programmiert ist, dass sie einem "nach dem Mund redet". Trotzdem – sehr gute Formulierungen, die wir gut nutzen können! Wie Rudi schrieb – du hast unser Geldsystem gut analysiert. Und ähnlich wie er strebe ich mit dem Arbeitsaustausch einen Lebenswert an, der ein Aufeinander-Zugehen der Menschen bedeutet. Dabei möchte ich ein gangbares Konzept anbieten, mit Ziel und Weg dorthin. Dies braucht als Übergang ein Zahlungs- oder Bilanzierungsmaß, wie auch immer das Fernziel ohne eines aussehen mag. > Deine Analyse weist den Weg: Veränderung des Bemessungsmaßstabes menschlicher Tätigkeit und Beendigung von Knappheit; gleichberechtigter Zugang zu Naturressourcen. Wenn das politisch nicht durchsetzbar ist, ist das ein anderes Problem – aber wir müssen es dennoch denken. Ich nehme also den direkten Weg von Arbeitskraft mit der Zeiteinheit – ohne Umrechnung in herkömmliches Geld, mit einem eigenen Ressourcenmaßstab. Beispielhaft: Das Ubuntu-Modell von Michael Tellinger – auch wenn es eher dystopisch wirkt. Dort wird Geld durch Arbeitsverpflichtungen und vollständige Katalogisierung von Fähigkeiten ersetzt. Das ist nicht mein Ziel – aber es zeigt: Koordination braucht Struktur. Wir können gerne über neue Tische nachdenken, wie sie etwa Franz Hörmann beschreibt. Aber ich möchte diesen Tisch auch sehen und anfassen können – nicht nur als Utopie, sondern als benutzbares Werkzeug. ''Liebe Grüße, Harald J.''
✉ Rudolf Kulovic:Lieber Franz, sehr gut analysiert und beschrieben! Mit meinem Gemeinwohlzukunfts-Buchungssystem möchte ich ja vom Geldwert wegkommen und auf den wahren Wert hinweisen. Es ist allerdings ein anderes Denken notwendig. ''LG Rudi''
✉ Ausgangspunkt: Franz’ erste MailLieber Harald, Rudi, liebe Alle, Das saß jetzt lange in meiner Entwurf-Mailbox … ich habe jetzt ChatGPT zu Hilfe genommen, um die Antwort endlich fertigzustellen. Danke für das Teilen des Protokolls und den Hinweis auf die Ausführungen von Christian Rieck. Die Überlegungen zu alternativen Geldformen wie dem Dig(n)i-Geld oder zur Frage „woher der Wert kommt“ sind auf den ersten Blick anregend – auf den zweiten werfen sie jedoch fundamentale Fragen auf, die meines Erachtens tiefer reichen als Riecks spieltheoretischer Rahmen es zulässt. Denn auch wenn viele dieser Vorschläge sich als kritische Reflexionen auf das bestehende FIAT-Geldsystem präsentieren, bleiben sie doch in der Logik der Geldform befangen. > Geld ist der verallgemeinerte Ausschluss vom unmittelbaren Reichtum der Welt. Wert erscheint nicht als "objektiv" messbare Größe – sondern als soziales Machtverhältnis. Geld ist Teilnahmebedingung am Leben – nicht, weil es an Gütern mangelt, sondern weil der Zugang versperrt ist. Diese Abstraktheit ist nicht technischer Natur, sondern Grundlage der Selbstverwertung von Geld als Kapital (G–W–G’). > Die Bewegung des Kapitals besteht nicht darin, Bedürfnisse zu befriedigen – sondern aus Geld mehr Geld zu machen. In diesem Sinne ist es trügerisch, vom „inneren Wert“ eines Zahlungsmittels oder einer Verrechnungseinheit zu sprechen. > Vielleicht ist der Schritt in eine andere Gesellschaft nicht primär ein technischer – sondern ein gesellschaftlicher, kultureller, ja existenzieller. ''Mit herzlichen Grüßen, Franz''
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| (C) Die Autoren | changed: 29. Juli 2025 |